Drei-Schluchten-Damm


Die Chinesen mögen es groß. Mit dem Drei-Schluchten-Staudamm am Yangtze hat China den größten Staudamm der Welt gebaut.

Das war ein hartes Stück Arbeit. Millionen Menschen mussten vorher umgesiedelt werden. Naturgewalten und Umweltzerstörungen stellten die Ingenieure des riesigen Bauwerkes immer wieder vor neue Probleme.

Heute erfüllt der Drei-Schluchten-Damm am Yangtze-Strom in Zentralchina die vielen Anforderungen an das Jahrhundertprojekt perfekt.

Stromerzeugung mittels Wasserkraftwerk und der Hochwasserschutz standen ganz oben im Pflichtenheft für dieses gigantische Bauwerk.

Weltweit sind mehrheitlich Laufwasserkraftwerke in Betrieb. Die Leistung von Laufwasserkraftwerken liegt dabei im Bereich von wenigen Megawatt (MW) bis zu maximal mehreren 1000 MW. In Deutschland sind 585 Anlagen im Leistungsbereich von einigen MW bis zu gut 100 MW installiert.

Das bereits seit 1924 in Betrieb stehende Walchensee-Kraftwerk in den bayrischen Voralpen hat eine Leistung von 124 MW.

Die gesamte installierte Leistung der 585 Laufwasserkraftwerke beträgt in Deutschland etwa 2600 MW. Mit einem Wirkungsgrad von etwa 94 Prozent gilt diese Kraftwerkstechnik als weitgehend ausgereift.

Zur Deckung unseres gesamten Strombedarfs standen uns im Jahr 2016 Kraftwerke aller Art zur Verfügung, mit einer gesamten Bruttostromerzeugung von 648,4 Terawattstunden. Davon wurden lediglich 21 Terawattstunden, also nur 3,2 Prozent aus Wasserenergie gewonnen.

Um höhere Leistungen zu erreichen, braucht es Wasserkraftwerke mit möglichst großen Wasserfallhöhen. Das funktioniert nur mit großen Staumauern.

Solche Kraftwerke zählen aber zu den leistungsfähigsten der Welt. An der Spitze stehen der Drei-Schluchten-Damm in China, der Itaipu-Staudamm zwischen Brasilien und Paraguay und der Assuan-Staudamm in Ägypten.

Der Bau eines Staudamms, um die Wassermassen des Yangtze zu bezähmen, ist ein uralter chinesischer Traum. Es gab jedoch viele Bedenken gegen ein Bauwerk solchen Ausmaßes. Man hatte Angst vor den großen Eingriffen in die Umwelt.

Zu viele Gründe sprachen aber für den Bau des Staudamms. Ein wichtiger Grund war das Eindämmen regelmäßiger Überflutungen und Dürren in der Gegend. Ein anderer Grund war die Schiffbarmachung des Yangtze und damit die wirtschaftliche Erschließung des chinesischen Hinterlands. Und nicht zuletzt, die umweltfreundliche Art Strom zu erzeugen.

Mit dem Bau des Staudamms wurde 1994 begonnen, richtig fertiggestellt wurde er eigentlich erst jetzt. Der Drei-Schluchten-Staudamm hat eine Spannweite von über 2,3 km und ist 185 m hoch. Schon 2014 erzeugte das Wasserkraftwerk 98,8 TWh Strom, das war ein neuer Weltrekord.

Jetzt ist sozusagen als Spitze der technischen Möglichkeiten noch ein Schiffslift dazu gekommen. Ein Schiffshebewerk der Superlative, das weltgrößte versteht sich, wie sollte es in China auch anders sein.

Das im Herbst 2016 eingeweihte Schiffshebewerk kann kleine bis mittlere Schiffe, vornehmlich Passagierschiffe, mit bis zu 3.000 Tonnen Verdrängung auf das Stausee-Niveau hochheben.

Die Schiffe überwinden damit in diesem Lift-Wassertrog die 113 Meter Höhenunterschied in nur 40 Minuten. Für das Durchfahren der Schleusen braucht ein Schiff rund vier Stunden.

Der Lift leistet Schwerstarbeit, denn der Wassertrog samt Schiff wiegt ungefähr 15.000 Tonnen.

Der Yangtze ist die Lebensader Chinas und nach dem Nil und dem Amazonas der drittlängste Fluss der Erde. Wen wundert es, dass der Fluss nicht schon lange von der Touristik entdeckt wurde.

Für Kreuzfahrer ist der Fluss zum touristischen Highlight geworden. Im letzten Jahr hat der Yangtze schon mehr als 200.000 Urlauber auf die schwimmenden Hotels gelockt.

Unter den Schiffen sind wahre Luxusliner mit panorama-verglasten Kabinen und Suiten mit eigenem Balkon, dazu Fitness- und Wellnessbereiche.

Auf der ‚Century Diamond‘ beispielsweise begleiten erfahrene deutsche Reiseleiter die Passagiere. Alle Durchsagen, Reiseerklärungen, Tagesprogramme und Sportangebote gibt es in deutscher Sprache.

Wenn man heute sieht, was sich aus einem Wasserkraftwerk zur Stromversorgung alles entwickelen kann, der misst einer sicheren Stromversorgung für ein Land große Bedeutung zu. An dem, was am Yangtze geschaffen wurde, hatten und haben Elektriker und Elektrotechniker entscheidenden Anteil.

Alle, aus der international zusammen gewürfelten Techniker-Mannschaft, blicken heute stolz auf ihr Projekt. Das 30 Milliarden-Euro-Projekt, mit mehr als zehn Jahren Bauzeit, ist ein Beweis dafür, dass alle Berufe, die auch nur entfernt mit Strom zu tun haben, eine glänzende Zukunft haben.

Eine Ausbildung zum Elektroniker der Energie- und Gebäudetechnik, bei Elektro Hoffmann in Schweinfurt, ist eine gute Basis für den erfolgreichen Start in ein solches Berufsleben.

Die Kombination von Elektronik und Computer eröffnet für später hervorragende Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Zusatzausbildungen machen den Nachwuchstechniker auch international zum unentbehrlichen Mitarbeiter.

Ein Gespräch mit den Profis von Elektro Hoffmann in Schweinfurt lohnt sich auf jeden Fall schon bei der Berufswahl.