Energieverbrauch an Weihnachten

Wenn der Gänsebraten in den Ofen kommt, steigt der Stromverbrauch an. Der Energiehunger der Deutschen nimmt mit dem jahreszeitlich bedingten Appetit auf Gänsebraten zu. Die E-Werker haben in früheren Zeiten über die ‚Gänsebratenspitze‘ gelästert. Verbrauchsspitzen beim Strom an den Feiertagen sind ein alle Jahre wiederkehrendes Phänomen.

Die Techniker, die an diesen Tagen Dienst in den Schaltzentralen haben, können diesen Energiehunger live an den Monitoren verfolgen. In früheren Zeiten war für die Mitarbeiter bei den Strom- und Gasversorgern Urlaubssperre über Weihnachten angesagt. Der Grund dafür war, dass die Regelung der Energieerzeugung mit schwerfälligen Kraftwerken wahre Kunststücke von den Technikern verlangte.

Wenn dann der Verbrauch schlagartig wieder abgefallen ist, stand die Bedienungsmannschaft vor dem gleichen Problem, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Die Erzeugung schnell zu drosseln war technisch genau so anspruchsvoll.

Nach Angabe des BDEW (Dachverband der Energiewirtschaft), verbrauchen Deutschlands Privathaushalte am ersten Weihnachtstag zusammen rund 480 Millionen Kilowattstunden. Das ist etwa ein Viertel mehr, als an einem durchschnittlichen Winterwochenende.

Die Daten beziehen sich auf ein Verteilungsnetz, an dem praktisch alle Haushalte und kleinere Gewerbetreibende angeschlossen sind. Die sehr großen Stromverbraucher, wie Fabriken oder Verkehrsbetriebe oder die Bahn, sind bei diesen Berechnungen nicht berücksichtigt. An Heiligabend und an den Feiertagen sitzen naturgemäß mehr Menschen unter einer Lampe im gemütlich warmen Wohnzimmer, als an einem gewöhnlichen Tag.

Die Ingenieure in den Schaltzentralen können auch ein anderes Phänomen feststellen. In den ländlichen Kommunen Süddeutschlands fällt am Heiligabend die Verbrauchskurve steiler ab, als an einem normalen Samstagabend, man geht hier noch in die Christmette.

Viel Vorarbeit und Logistik steckt hinter einer sicheren Versorgung mit Strom. Immerhin müssen die vielen Millionen Kilowattstunden über ein Stromverteilungsnetz mit unendlichen Kilometern Leitungslänge an die Verbraucher z.B. in ganz Bayern geliefert werden.

Die tägliche Planung ist heute kein Pokerspiel, sondern basiert auf wissenschaftlichen Auswertungen über längere Zeit. Die Stromtechniker müssen heute wissen, wie viel Strom morgen gebraucht wird. Der Strom wird jeweils aktuell an den Strom-Börsen eingekauft. In den vollcomputerisierten Leitstellen der E-Werke werden diese ‚Geschäfte‘ getätigt.

Diese Leitstellen sind das Herz der Versorger und Tag und Nacht besetzt. Von hier aus wird natürlich auch das Verteilnetz gesteuert. Viele Bildschirme, in Reihe übereinander gestapelt, müssen beobachtet und abgelesen werden, ein Hochleistungsjob für die Augen.

So ein Netz ‚lebt’. Ständig sind irgendwo Veränderungen zu bemerken. Störungen und Ausfälle können, nur wenn sie genau geordert werden, schnell behoben werden. Meist sind mehrere ‚Netzführer‘ in einer solchen Leitstelle gleichzeitig am Werk.

Es gibt jedenfalls rund um die Energieversorgung jede Menge interessanter Jobs. Alle haben einmal klein angefangen, meist mit einer Ausbildung zum Elektriker. Heute bieten Ausbildungsbetriebe wie Elektro Hoffmann bei der Ausbildung zum Elektroniker der Energie- und Gebäudetechnik beste Voraussetzungen für einen Start in diese Zukunftsbranche.

Die Kombination von Elektronik und Computer eröffnet für später hervorragende Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Zusatzausbildungen machen den Nachwuchstechniker zum unentbehrlichen Spezialisten für die Stromversorgung ganz allgemein.