Strom in der Landwirtschaft


Das Leben der Bauern durch Jahrhunderte, in Abhängigkeit vom Wetter und der Fruchtbarkeit der Böden, ist eine interessante Geschichte.

Seit dem frühen Mittelalter waren es Bauern und Mönche, die dem Wald den Ackerboden abgerungen haben. Sie legten Sumpfgebiete trocken und verwandelten Ödland und Heideland in fruchtbare Äcker.

Unter dem Schutz von Grundherren, Grafen oder Klöster entstanden bäuerliche Siedlungen, die heutigen Dörfer.

Harte Arbeit, der Kampf mit den Launen der Natur und mit der Abhängigkeit von feudalen Lehensherren bestimmten Jahrhunderte lang das Leben der Bauern.

Erst die Bauernbefreiung von 1807 in Preußen hob die bäuerliche Leibeigenschaft auf und die Bauern konnten Pachtverträge abschließen.

Eine echte agrarische Revolution war die Erfindung des Mineraldüngers von Justus von Liebig in den 1840er Jahren.

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Deutschland ein Agrarstaat. Rund 60 Prozent der Bevölkerung waren Bauern.

Die Situation der Bauern änderte sich nachhaltig, als der Strom im ländlichen Raum Einzug hielt. Mancherorts brach allgemeiner Jubel aus, als die Dorfstraßen das erste Mal in hellem Licht erstrahlten.

Es haben sich manchmal Fremde eingefunden, um die Einrichtung einer Straßenbeleuchtung zu besichtigen. Viel wichtiger wurde aber die Elektrizität zum Betrieb von Maschinen auf den Höfen.

War das Getreide in die Scheunen eingefahren, ertönte an einem frühen Herbstmorgen das Sirenensignal. Der Beginn des Dreschtages wurde damit ankündigt.

Der Maschinenführer hat den Dreschzug mit Pferden oder Ochsen zum Hof des ‚Dresch-Bewerbers‘ bugsiert. Schweißtreibend war die Arbeit, die meist drei Fahrzeuge eines Dreschzuges möglichst genau in Waage zu stellen. Motorenhaus, Dreschmaschine und Strohpresse mussten exakt im Winkel und im Abstand zueinander stehen.

Zu allererst hat eine Dampfmaschine den ganzen Zug angetrieben. Mit der Elektrifizierung haben die Arbeit dann starke Elektromotoren übernommen. Im Dorf gab es zu diesem Zweck besondere Anschlussstellen. Der Strom wurde mit flexiblen Gummikabel zum Dreschzug geführt.

Dann ging’s los, die 20-köpfige Dreschmannschaft musste genau an den zugewiesenen Plätzen stehen, wenn der Maschinenführer nach einem weiteren Heulton die Maschinen anlaufen ließ.

Heute leben nur noch rund drei Prozent der Deutschen von der Landwirtschaft. Der Dreschzug auf dem Hof wurde von modernen Mähdreschern abgelöst.

Strom wird auf dem Hof aber immer noch gebraucht. Heute sind die Ingenieure dabei die Effizienz und Präzision von Landmaschinen durch elektrische Antriebe zu verbessern.

Schweizer Landmaschinenhersteller haben gemeinsam mit der TU Dresden einen Hybridtraktor entwickelt. Der dieselelektrische Traktor mit vier elektrischen 33-kW-Radnabenmotoren zeigt an, wohin sich die Landtechnik in Zukunft entwickeln könnte.

Es werden also auch in der Landwirtschaft viele Mitarbeiter mit einer Ausbildung zum Informations- und Elektrotechniker gebraucht.

Die Kombination von Elektronik und Landwirtschaft eröffnet für später hervorragende Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Zusatzausbildungen machen einen Nachwuchstechniker zum unentbehrlichen Mitarbeiter.

Viele Universitäten und Hochschulen bieten heute Studiengänge der Informations- und Elektrotechnik an. Als Fern- oder Abendstudium ist die Weiterbildung sogar berufsbegleitend möglich.

Die Profis von Elektro Hoffmann in Schweinfurt helfen gerne mit Tipps aus der Praxis bei der Berufswahl weiter.