Alarmanlagen – besser teuer als billig

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Auf die Urlaubszeit freut sich wohl jeder, denn endlich kann man den Alltag hinter sich lassen. Sind dann alle Vorbereitungen getroffen, die Koffer gepackt und jemand engagiert, der sich um Pflanzen oder Haustiere kümmert bleibt der Blick zurück auf ein leeres Haus. Viele sehen spätestens jetzt der längeren Abwesenheit mit einem leicht mulmigen Gefühl entgegen, ist das Haus nun doch unbewacht. Hat man einen guten Draht zu den Nachbarn haben diese sicher gern ein Auge auf das Haus doch ist dem nicht so oder sind diese ebenfalls im Urlaub gibt es eigentlich nur eine Lösung: Eine Alarmanlage muss her.

 

Komplizierte Bedienung

Allerdings ist das kein Thema, das man überstürzen sollte. Die Preisspanne ist groß und reicht von 180 bis 500 Euro wenn man die Alarmanlage selbst installieren möchte. Das Set einer Alarmanlage besteht aus einer Basisstation und Sensoren, die an Türen, Fenstern oder im Garten angebracht werden können. Je nach Modell wird der Alarm entweder direkt ausgelöst, mit einem schrillen Geräusch oder eine vorher eingegebene Telefonnummer wird angerufen. Doch bis es endlich so weit ist vergeht einige Zeit. Das größte Manko bei Alarmanlagen scheint die Bedienung zu sein. Die Menü-Übersicht ist irreführend und kompliziert, von einer intuitiven Bedienung kann keine Rede sein. Ist es dann endlich soweit kommen neue Probleme hinzu.

 

Alarmanlagen lassen sich leicht manipulieren

Da wäre zum einen das Thema Sabotage, denn viele Sensoren lassen sich mit einem Handgriff entfernen. Gewiefte Diebe die Ahnung von ihrem Handwerk haben können die Sensoren auch einfach unterwandern oder anderweitig ausschalten. Ein weiteres Problem sind Fehlalarme, die Mensch oder Tier auslösen können. Denn Alarmanlagen die man im Handel bekommt bieten in der Regel keine Möglichkeit, vor Betreten des gesicherten Bereichs die Alarmanlage zu entschärfen. Ein ausgelöster Fehlalarm kann nicht nur laut und unangenehm sondern auch teuer werden. Denn rückt die Polizei an muss der Einsatz gezahlt werden. Sind die Batterien eines Sensors leer wird man auch darüber nicht zwangsweise informiert.

 

Gaunerzinken

Vier von zehn Einbrüchen scheitern übrigens sowieso, auch ganz ohne Alarmanlage. Offen halten sollte man auch die Augen vor dem Betreten des Hauses und in der unmittelbaren Nachbarschaft.

In Hamburg, Solingen und Straelen wurden in der letzten Zeit einige „Gaunerzinken“ entdeckt – harmlos aussehende Symbole mit Kreide gemalt, die sich an Hauswänden, Briefkästen oder Zäunen befinden. Osteuropäische Diebesbanden verständigen sich auf diese Art und hinterlassen die Zinken um zu zeigen, ob es hier etwas zu holen gibt oder ob ein Hund anwesend ist. Falls ein solches Zeichen entdeckt wird soll man es fotografieren, entfernen und die Polizei benachrichtigen.
Die innere Alarmanlage sollte vor allem dann schrillen, wenn seltsame Gestalten an der Tür klingeln und kurz darauf ein solches Zeichen auftaucht. So passiert einem Mann in Straelen. Wer sich mit einer Alarmanlage sicherer fühlt sollte diese besser von einem Fachmann einbauen lassen. Alternativ kann es hilfreich sein, die neugierige Rentnernachbarin zu bitten, nach verdächtigen Aktivitäten Ausschau zu halten.

Bild: „Gaunerzinken 2a“. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 über Wikimedia Commons