Ambient Assisted Living – Intelligentes Wohnen für Senioren

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Wer bisher dachte, intelligente Haussteuerung sei eine Spielerei und vor allem etwas für Menschen, die es sich leisten können, der mag sich vielleicht für das Konzept des Ambient Assisted Living interessieren. Seit einigen Jahren laufen Projekte, bei denen getestet wird, in wie weit intelligente Haussteuerung dazu beitragen kann, Senioren das Leben zu erleichtern um ihnen die so Möglichkeit zu bieten, länger alleine zu wohnen. Den Möglichkeiten sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Alles, was wir dabei aus der intelligenten Haustechnik schon kennen kommt dabei zum Einsatz. Dazu gehören recht simple Dinge wie das Einschalten von Licht, wenn die Wohnung betreten wird und im umgekehrten Fall auch das Ausschalten. Rollos schließen sich zu einer bestimmten Zeit selbst oder im Falle, dass sie mit der Heizung vernetzt sind reagieren sie auf die Wetterverhältnisse.

Intelligentes Wohnen spart Kosten

So können Kosten gespart werden. Gerade im Alter ein Faktor, den man berücksichtigen sollte, steht vielen doch nur ein gewisses Budget zur Verfügung, Energie wird aber immer teurer. Offenstehende Fenster wirken sich wiederum auf die Heizung aus, die in besagtem Raum einfach gedrosselt wird. Auch wenn niemand daheim ist gehen an kalten Winterabenden die Rollos automatisch herunter und sparen so wieder Heizkosten. Ein wenig komplexer wird es dann wenn beim Verlassen der Wohnung zugleich der Herd vom Stromnetz getrennt wird und die Alarmanlage angeht. Mit einem installierten Panikknopf gehen nachts alle Lichter an und der Alarm wird ausgelöst. Tagsüber können mit einer Kamera an der Haustür fremde Personen gleich erkannt werden und müssen dann eben draußen bleiben. So wird eine größtmögliche Sicherheit gewährleistet.

Sensoren registrieren abweichendes Verhalten

Wie oft hört man es, dass Senioren in der Wohnung stürzen und keine Möglichkeit mehr haben, jemanden um Hilfe zu rufen. Ambient Assisted Living geht hier noch einen ganzen Schritt weiter und ist so intelligent, dass Abweichungen vom üblichen Verhalten registriert und gemeldet werden. Das beginnt bei einfachen Dingen wie dem erinnern an die Tabletteneinnahme bis hin zu Sensoren, die einen Sturz registrieren. Dazu wird unter den Bodenbelag einfach eine nicht einmal 3 mm dicke Sensormatte gelegt. Diese sendet dann Bewegungssignale an eine zentrale Stelle, beispielsweise eine Pflegeeinrichtung. So kann wesentlich schneller geholfen werden. In einem Pflegeheim im Elsass wurde Sens Floor getestet und meldete innerhalb von vier Monaten 28 Stürze von Patienten.

Benutzerfreundliche Geräte

Bei allen Geräten wird natürlich auch darauf geachtet, dass diese möglichst benutzerfreundlich sind und eindeutige Piktogramme sowie große Tasten zum Einsatz kommen. Viele Senioren haben den Wunsch, möglichst lange allein und unabhängig zu bleiben. In den eigenen vertrauten vier Wänden fühlen sie sich am wohlsten. Ambient Assisted Living hilft ihnen dabei. Der Umbau ist nicht ganz billig und wird je nach Aufwand und nötigen Maßnahmen zwischen 1000 und 8000 Euro geschätzt. Die Unterbringung in einem Pflegeheim oder betreutes Wohnen sind wesentlich höher, so dass sich der Aufwand schon in ein bis zwei Jahren rechnet.

Foto: „Sarita´s Living Room“ by Claudio Beck (flickr)