Der Stromklauer


Der Besitzer eines Miethauses in der Stadt ist bei den Hoffmann Profis aufgelaufen mit dem Verdacht, dass einer seiner Mieter Strom aus dem Treppenhaus für seinen eigenen Bedarf abzapft.

Nun, das ist ja kein Kavaliersdelikt, da sind sich Kunde und Hoffmann Profis einig. Das Problem sollte möglichst sofort angegangen werden. Wenngleich die Hoffmann Profis alle Hände voll zu tun haben, hat der Meister angeboten, sich sofort darum zu kümmern.

Die Verteilerkästen mit den Stromzählern waren in den jeweiligen Etagen vor den Wohnungseingängen montiert. Bei dem unter Verdacht geratenen Mieter war äußerlich nichts zu finden, was den Verdacht einer Überbrückung des Zählers begründen könnte. Der Vermieter wollte schon aufgeben und sich für den Verdacht entschuldigen, da entdeckte der Fachmann ein kleines schwarzes Teil außen am Zähler.

In dem Verteiler waren die älteren, normalen schwarzen Ferraris-Zähler verbaut. So ein Kästchen außen dran machte den Hoffmann Profi misstrauisch. Der Meister vermutete eine Manipulation des Zählers. Eigentlich sind E-Zähler zuverlässige, gaunersichere Präzisionsinstrumente. Probiert wird es aber immer wieder einmal.

Es scheint in unserem Fall der Versuch zu sein, das Magnetfeld des Zählers durch einen Magneten zu beeinflussen, erklärt der Hoffmann Meister dem Hausherrn. Die Idee dahinter ist, dass sich der Zähler durch den Magneten langsamer dreht. Der Mieter hält sich für clever und glaubt damit seine Stromrechnung kleiner halten zu können.

Der Hoffmann Profi klärt den Hausherrn auf: „Das ist ein ziemlich törichter Versuch. Die Methode, mit einem Elektromagneten den Zähler anzuhalten, ist auch bei diesen älteren Zählern nicht gut möglich. Die Feldstärke, die dafür notwendig wäre, ist mit so einem kleinen Magneten nicht zu erreichen.” Mit einem Handgriff hat der Meister den kleinen aufgeklebten Magneten (das besagte schwarze Kästchen) abgelöst.

Die Idee, Stromkosten durch eine Manipulation des Zählers zu verkleinern, ist alt. Versuche gab es in der Vergangenheit viele. Es droht dafür eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren, erklärt der Hoffmann Profi.

Das Netz ist voll mit Tipps und vermeintlich cleveren Tricks zur Stromkostenbremse. Selbst wenn ein solcher Trick zum gewünschten Erfolg führen und der Zähler sich langsamer drehen würde oder gar ganz stehen bliebe, letztendlich wurden alle erwischt.

Jede Zählerablesung wird bei den Versorgern automatisch mit den Daten aus den Vorjahren abgeglichen. Wenn die Abweichungen groß sind, wird erst einmal beim Kunden nachgefragt. Erhalten die Stadtwerker keine plausible Erklärung, kommt ein Fachmann zur Überprüfung.

Der Hoffmann Profi hat für den Hausherrn einen abschließenden Tipp: Er solle doch einmal mit seinem Mieter reden und ihn auf echte Stromspar-Varianten hinweisen. Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, mit dem Strom sparsam umzugehen, ohne dass dadurch der Komfort drunter leiden muss. Vielleicht sieht der Mieter ein, dass ein solcher Blödsinn, wie der Versuch mit dem Magneten, keinen Erfolg verspricht.