Drache unter Hochspannung


Wenn der Sommer langsam zu Ende geht, die Zeit der Stadtfeste vorbei ist und die letzten Urlauber auch wieder zu Hause angekommen sind, dann wird es langsam Herbst. Für die Kinder und die Freaks, die sich ein kindliches Gemüt bewahrt haben, die Zeit Drachen steigen zu lassen. Drachen und Hochspannungsleitungen sind zwei Dinge, die sich überhaupt nicht vertragen, darauf weisen die Profis von Elektro Hoffmann in jedem Jahr wieder hin.

Flugtipps für die ‚Drachensteiger‘ haben die Hoffmann-Profis immer parat. Vor allen geht es darum, wie man sich richtig verhält, wenn sich der Drachen in einer Überland-Leitung verheddert und hängen bleibt. Für die Elektriker bei den Versorgern bedeuten solche ‚Zwischenlandungen‘ immer viel Arbeit und für die Kids große Gefahr.

Hat sich ein Drachen in einer Elektrizitätsleitung verfangen, ist absolute Vorsicht geboten. Kommt der Drachen mit einer Freileitung in Berührung besteht Verbrennungs-, meistens sogar Lebensgefahr. Ist das Wetter etwas feucht und somit auch die Drachenschnur, ist es lebenswichtig, die Schnur sofort loszulassen und nicht mehr anzufassen. Auch dann, wenn die Schnur aus Kunststoff bzw. Kevlar gefertigt ist.

Als ersten Schritt sollte man sofort den jeweiligen Energieversorger informieren. Wenn die Telefonnummer nicht bekannt ist, hilft die Feuerwehr und die Polizei schnell weiter. Den größten Fehler, den man machen kann, darauf weisen die Hoffmann-Profis nachdrücklich hin, wäre es zu versuchen den Drachen selbst zu befreien. Das muss man unbedingt den Fachleuten überlassen. In der Regel sind die Störungsstellen der Stromversorger rund um die Uhr erreichbar.

Anschließend sollte die Störungsstelle informiert werden. Bei der HEW ist dies die Telefonnummer 040-63963111, täglich und rund um die Uhr erreichbar. Auf keinen Fall sollte versucht werden, den Drachen auf eigene Faust zu bergen. Dies müsse unbedingt, so die Hoffmann-Profis, den Fachleuten überlassen werden. Solche Zwischenfälle von Kontakt von Flugdrachen mit Überland-Leitungen kommen gerade im Herbst recht häufig vor. Die Stromversorger berichten von zig Einsätzen wegen verhedderten ‚Himmelsstürmern‘ an einem einzigen Wochenende.

Damit der Spaß mit den Drachen im Herbst ungetrübt und vor allem das eigene Leben unversehrt bleibt, geben die Hoffmann-Profis auch bei Betriebsbesichtigungen für Schulklassen gerne Hinweise. Werden ein paar einfache Grundsätze strikt eingehalten, kann nach menschlichem Ermessen eigentlich nichts passieren.

Wenn man seinen Drachen steigen lassen will, sollte man zuvor einmal in die Runde schauen. Die nächste Freileitung soll mindestens einen guten halben Kilometer entfernt sein. Das sind rund sechs hintereinander aufgereihte Fußballfelder. Prinzipiell darf man seinen Drachen nur steigen lassen, wenn der Wind so weht, dass man seinen Drachen noch ohne Probleme bändigen kann. Bei Windstärken, die eigentlich in die Kategorie Sturm gehören, sollte der Drachen tunlichst nicht aufgebaut werden. Ist die Windangriffsfläche besonders hoch, das trifft auf größere Drachenkonstruktionen zu, sollte bei entsprechenden Windstärken überhaupt nicht gestartet werden.

Auch ohne den Kontakt mit stromführenden Leitungen kann Drachenfliegen gefährlich sein. So hat im Jahr 2016 ein überdimensionierte Lenkdrachen einen zwölf Jahre alten Jungen vier Meter in die Höhe gezogen. Er hat sich mit den Händen in der Leine verstrickt und konnte nicht schnell genug loslassen. Beim Herunterfallen hat sich der Junge schwere Verletzungen zugezogen.

Die Hoffmann-Profis wünschen den ‚Drachenpiloten‘ einen schönen Herbst. Bei entsprechender Vorsicht und den passenden Winden macht das Drachensteigen natürlich richtig Spaß.