Drehstrom


Es gibt ja auch bei der Elektrizität Situationen, bei denen viel Kraft gebraucht wird. Nicht, dass die Profis von Elektro Hoffmann keine hätten, nein, gemeint ist der Kraftstrom.

Kraftstrom, Drehstrom, Starkstrom oder dreiphasiger Wechselstrom, alles Bezeichnungen für ein und dasselbe. Fangen wir in der Vergangenheit an. Nikola Tesla war für seine Bewunderer in den späten Jahren des 18. Jahrhunderts der ‚Magier der Elektrizität‘. In der New Yorker South Fifth Avenue hat er sich einen Vorführraum eingerichtet. Seinen Fans bot er allerlei an elektrischen Experimenten, die ihn wie einen Zauberer erschienen ließen.

So blendete er beispielsweise seine Gäste an einem Abend mit geheimnisvollem, gleissend hellem Licht. Er sprang vor den Augen seiner Zuschauer auf eine Plattform in seinem Vorführraum, um sich mit einem elektrischen Spannungsgeber langsam auf zwei Millionen Volt ‚hoch zu drehen‘.

Elektrische Entladungen flirrten um seinen Körper. Blitze und Flammen zuckten aus seinen Händen. Selbst als er die Spannung abschaltete, so wird berichtet, umschwebte ihn noch länger ein bläuliches Glimmen.

Der Hintergrund seiner ‚Elektroshow’ war, die Kraft und Gefahrlosigkeit des von ihm entwickelten Stromsystems vorzuführen. Seine Vorführungen waren reine PR im Krieg um die weltweite Elektrifizierung. Thomas Alva Edison war sein Gegner, bekannt als gerissener, geschäftstüchtiger Geschäftsmann und Verfechter von Gleichstrom. Der gebürtige Serbe Nikola Tesla glaubte aber an die Zukunft des Wechselstroms.

Für die meisten Menschen seiner Zeit war Strom ein mysteriöser Saft, der wild durch Drähte fließt. Anders als bei einem Gleichstrom-Generator, der mit einem fest montierten Magneten und einer im Inneren des Geräts rotierenden Spule Strom erzeugt, dreht sich beim Wechselstrom-Generator der Magnet im Zentrum und produziert so in den außen angebrachten Spulen Strom.

Der allergrößte Vorteil war, dass der Strom nicht mehr umständlich mithilfe von Funken sprühenden Schleifkontakten an einer rotierenden Spule abgenommen werden muss. Er entsteht stattdessen im äußeren, statischen Teil des Generators.

Das umfassende Verständnis des Themas würde mathematische Vorbildung oder einen Leistungskurs der gymnasialen Oberstufe in Physik voraussetzen. Das Ergebnis der Tüfteleien des Universalgenies war, dass seine Erfindung es möglich machte, Strom über viele Hunderte von Kilometern mit geringen Verlusten zu übertragen. Es war der Beginn der weltweiten Elektrifizierung.

Wie im Rausch entwickelt Tesla schnell hintereinander viele Motoren, Dynamos und Transformatoren, die allesamt mit Wechselstrom betrieben wurden oder Wechselstrom selbst erzeugten.

Der Drehstrom verdankt seinen Namen der Anwendung für den Betrieb von Elektromotoren. Er erzeugt, so ist das in den technischen Unterlagen beschrieben, in den Ständerwicklungen dieser Motoren ein magnetisches Drehfeld, das den Rotor mitnimmt und so die Drehbewegung des Motors erzeugt. Dadurch entfällt der verschleißträchtige Stromwender, der beim Gleichstrommotor auf mechanische Weise für die Stromversorgung und Umpolung des Magnetfeldes im Rotor sorgen muss.

Drehstrommotoren brauchen keine Bürsten und Schleifringe. Ihre Rotoren können sich völlig kontaktfrei drehen, wenn sie den Strom für den Aufbau des Rotorfelds auf induktivem Wege aus dem Magnetfeld des Ständers beziehen. Deshalb sind Drehstrommotoren äußerst robust und leistungsfähig. Dasselbe gilt für Drehstromgeneratoren.

Trotz seiner grundlegenden Erfindungen und seiner rund 700 Patente blieb Nikola Tesla finanziell erfolglos. Verarmt stirbt er am 7. Januar 1943 mit 86 Jahren in einem New Yorker Hotel.

Geblieben ist der Kraftstrom, Drehstrom, Starkstrom oder Wechselstrom, der heute selbst in Privathaushalten gebraucht wird und mit dem Strom über weite Entfernungen übertragen werden kann.

Ein Elektroherd oder professionelle Heimwerker-Maschinen werden beispielsweise damit betrieben. Ganz wichtig ist, den Anschluss solcher Herde oder Maschinen unbedingt den Profis von Elektro Hoffmann zu überlassen.

Nicht jeder wird solche Elektroexperimente, wie sie Nikola Tesla in New York in den 1890er Jahren vorgeführt hat, unbeschadet überstehen.