Elektronik zum drucken

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Man stelle sich vor man läuft durch ein Kaufhaus, beispielsweise um Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Alles ist weihnachtlich geschmückt und entsprechend beleuchtet und überall türmen sich Berge von Waren und Geschenken. Kaum fällt der Blick auf einen dieser Stapel beginnt eines der Teile zu leuchten oder gar zu sprechen. Die Verpackung erregt Aufmerksamkeit und suggeriert uns auf diese Weise, dass es sich dabei um genau das richtige Geschenk handelt. Was klingt wie aus einem Science Fiction Film wird in einigen Jahren vielleicht schon Realität werden. Denn es gibt schon seit einiger Zeit die Möglichkeit, elektronische Teile zu drucken, egal ob auf Verpackungen, T-Shirts oder ganz einfach Papier.

Pizza bestellen mit einem Magneten
Die Einsatzmöglichkeiten sind dabei ebenso vielfältig wie erstaunlich und sind teilweise auch schon im Einsatz. In Dubai beispielsweise gibt es eine Pizzeria, bei der man seine Lieblingspizza über einen Magneten am Kühlschrank bestellen kann. Dazu drückt man einfach den Magneten der mit einem Bluetooth-Sensor und einem Speicherchip ausgestattet ist. An die Pizzeria wird so der Standort und die Bestellung gesendet und die Lieferung erfolgt prompt. Und weil wir gerade schon beim Kühlschrank sind: Öffnet man diesen und holt eine Packung Milch heraus könnte diese uns mitteilen, dass das Haltbarkeitsdatum schon abgelaufen ist und es Zeit wird, eine neue Packung zu kaufen. In Dresden wurden vor ein paar Wochen singende Plakate vorgestellt. Diese könnten in Zukunft so funktionieren, das darauf für den Auftritt einer Band geworben wird und es beim vorbeigehen eine musikalische Kostprobe gibt. Das Wort Verkaufsschlager bekommt so eine völlig neue Bedeutung.

Pulsmesser im T-Shirt
Andere Einsatzgebiete sind T-Shirts für Jogger die den Puls messen oder Medikamenten-Verpackungen, die Fieber messen. Um die untergehende Druck-Industrie zu retten bieten sich Videoclips oder Werbebotschaften die sprechen in Zeitschriften und Magazinen an. Das wird in Zukunft sicherlich die Werbung revolutionieren. Die Technologie dahinter wird schon seit Jahren verfolgt. Alles was man zum drucken braucht sind entsprechende Materialien, die leitfähig sind wie Zinksulfid und Kupferelemente aber auch leitfähige Polymere. Möglich sind dabei verschiedene Druckarten wie Offset-, Tief und Flexodruck wenn es um die Massenproduktion geht. Im privaten Bereich ist auch der Tintenstrahldruck möglich, allerdings ist dieser wesentlich weniger fein und ausbaufähig da die Auflösung einfach zu gering ist.

Kombination mit 3D-Druckern
Faszinierender werden all diese Möglichkeiten wenn es mit 3D-Druckern kombiniert wird. Auf diese Art lassen sich ganze elektronische Komponenten am Stück drucken. Besonders gespannt sind wir sicherlich alle auf die Erfindung des handlichen Ladegeräts für die Hosen- oder Handtasche, mit der man ganz einfach unterwegs sein Smartphone laden kann. Doch bis es endlich soweit ist werden noch einige Jahre ins Land ziehen. Bis dahin begnügen wir uns mit witzigen Sprüchen auf T-Shirts und erfreuen uns allen stillen Litfaßsäulen die niemanden durch Gesang belästigen.

Foto: Jonathan Nalder