Kohlenmonoxid-Melder

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Einen Rauchmelder haben wohl inzwischen die meisten in ihrem Haus denn oft genug wird auf deren Notwendigkeit hingewiesen. Dass es so etwas wie einen Kohlenmonoxid-Melder gibt dürfte dafür relativ unbekannt sein.
Seit August 2014 gibt es eine DIN-Norm welche die Auswahl, die Installation und den Gebrauch von Kohlenmonoxid-Meldern regelt. Doch wem nützt ein solcher Melder überhaupt?

Holzpellets als Gefahrenquelle
Kohlenmonoxid ist ein Gas das völlig geruchlos ist. Wird es eingeatmet bindet es sich an Hämoglobin welches für den Sauerstofftransport im Körper zuständig ist. Kann kein Sauerstoff mehr transportiert werden erstickt man innerlich. Das tückische darin ist, dass es keine Abwehranzeichen dafür gibt. Ab einer Konzentration von 200 ppm (Teilchen pro einer Million Luftmoleküle) bekommt man Kopfschmerzen, ab 800 ppm kommen Schwindel und Übelkeit bis zur Ohnmacht hinzu. Von dort ist es nicht mehr lange bis zum ersticken. Es muss nicht zwangsweise etwas verbrannt werden damit Kohlenmonoxid entsteht. In vielen Häusern werden heute Holzpellets zum heizen benutzt denn sie sind klimaneutral und ein nachwachsender Rohstoff. Doch irgendwo müssen die Pellets auch gelagert werden und nicht selten geschieht dies in geschlossenen Räumen. Schon beim Trocknen und Zerkleinern der Holzpellets werden chemische Prozesse in Gang gesetzt und es entweichen Gase. Darunter auch Kohlenmonoxid.

Wenige Minuten genügen
Nur wenige Minuten Aufenthalt in einem Raum, in dem Holzpellets gelagert werden können schon genügen, um eine massive Kohlenmonoxid-Vergiftung zu bekommen. Das gilt nicht nur für große Lager sondern auch für solche in Privathäusern. Holzpellets sollten nur in gut belüfteten Räumen gelagert werden in denen dauerhaft ein Fenster offen ist. Eine offene Tür beispielsweise im Keller reicht nicht aus denn da Kohlenmonoxid geruchlos ist wird nicht bemerkt, wenn das Gas nach oben in die Wohnräume zieht. Inzwischen gibt es ein Merkblatt für die sachgemäße Lagerung von Holzpellets. Neben Holzpellets bergen auch noch Etagenheizungen in Wohnhäusern sowie Thermen die Gefahr von unerwünschtem CO-Ausstoß.

Funktionsweise von CO-Meldern
Hier kommen Kohlenmonoxid-Melder ins Spiel. Im Jahr 2011 wurden über 400 Fälle von CO-Vergiftung bekannt, alle mit tödlichem Ausgang. Ein CO-Melder funktioniert im Prinzip wie ein Rauchmelder und misst die Konzentration von Kohlenmonoxid in Räumen. Schon ab geringen Konzentrationen von 50 ppm beginnt eine Warnleuchte zu blinken, steigt die Konzentration wird ein akustischer Alarm ausgelöst. Bei der Anschaffung eines CO-Melders muss man klar unterscheiden zwischen einem
Gas- und einem Kohlenmonoxid-Melder. Erstere sind auf Erd- oder Flüssiggas ausgelegt und nicht auf CO auch wenn es sich dabei ebenfalls um ein Gas handelt. Beim Kauf ist also unbedingt darauf zu achten, dass man den richtigen Melder erwischt. Inzwischen gibt es auch kombinierte
Rauch- und CO-Melder. Einen Test über verschiedene Melder gibt es hier.
Jeder der eine Gastherme, eine Heizungsanlage oder einen Kamin im Wohnzimmer hat sollte sich einen Kohlenmonoxid-Melder anschaffen.

Bild: Louise McFarlane