Neue Entwicklungen

Bei den Profis von Elektro Hoffmann wird in den Pausen nicht nur Brotzeit gemacht, immer wieder wird auch über die Perspektiven im eigenen Beruf diskutiert. Speziell neue Ideen zur Stromspeicherung würden das Berufsbild des Elektrikers nachhaltig beeinflussen. Das war dieser Tage mal wieder ein Pausen-Thema.

Die Profis von Elektro Hoffmann sind sich darüber einig, dass die endgültige Energiewende von den Speichermöglichkeiten für grün erzeugten Strom abhängt.

Gerade in letzter Zeit haben teilweise kuriose Ideen die Runde gemacht. Aber nicht alles, was auf den ersten Blick als Fake erscheint, ist auch wirklich einer. Manche Ideen können getrost ernst genommen werden.

Forschende aus aller Welt sind dabei, über die Stromspeicherung nachzudenken. Superakkus sind das Ziel aller Bemühungen. Manche dieser Ideen haben schon echte Machbarkeitstests in der Praxis hinter sich.

Redox-Flow-Batterien z.B. speichern elektrischen Strom mit Hilfe einer Flüssigkeit, in der sich die Elektrolyten befinden. Ein Elektrolyt ist ein in Wasser gelöstes Teilchen (Ion), welches entweder positiv (z.B. Natrium oder und Kalium) oder negativ geladen (z.B. Chlorid) sein kann.

Elektrolyte produziert auch der eigene Körper z.B. bei starkem Schwitzen, beim Sport oder schwerer körperlicher Tätigkeit. Der Sportdrink nach dem Training soll die verlorenen Elektrolyte wieder auffüllen.

Aber Elektrolyte können noch mehr, sie können elektrischen Strom leiten. Zu den Elektrolyten im eigenen Körper zählen Mineralstoffe, Spurenelemente und Salze.

Zu den wichtigsten Elektrolyten, die zur Stromspeicherung verwandt werden können, gehören Kalium, Magnesium, Natrium, Calcium, Phosphor und Chlorid.

Diese Redox-Flow-Batterien ließen sich in nahezu beliebiger Größe bauen. Tanks oder unterirdische Hohlräume kennen keine Größenbeschränkung. So könnten gigantische Batterien entstehen, die überflüssigen Windstrom oder Strom aus Freifeldanlagen speichern.

Zur Zeit sind das größte Problem bei dieser interessanten Idee die teuren Vanadiumsalze. Aber ein Team der Harvard School of Engineering ist bei den Anthrachinonen, das sind organischen Moleküle, die eigentlich in der Pflanzenmedizin als Abführmittel Verwendung finden, fündig geworden. Das wäre sehr viel billiger als Vanadium. Noch hat man mit der Anzahl der Ladezyklen Probleme, aber auch das ist sicher lösbar.

Ein andere, bestechende Idee ist es den Strombedarf im Wechsel zwischen E-Auto und Fotovoltaik zu generieren. Lange Zeit des Tages stehen E-Autos ungenutzt auf Parkplätzen oder in Garagen herum. Oder im Winter laufen Blockheizkraftwerke zu Heizungszwecken in den Kellern. Der erzeugte Strom kann in das Netz eingespeist werden. Alle diese Systeme intelligent zusammen geschaltet könnte nach Meinung der Forscher eine gigantische Stromversorgung werden.

Eine Software entscheidet, wer gerade Strom abgeben kann oder wo ein Speicher zu füllen ist. Die Speicher sind die Autobatterien, die an einer Ladesäule hängen, welche über einen ‚Rückkanal‘ verfügen. Schwankungen im Strombedarf könnten damit gut abgefedert werden. Neue Stromtrassen und Großbatterien wären damit überflüssig.

Bei Windrädern und stürmischen Herbsttagen stellt sich die Frage nach Stromspeichern verstärkt. Im Oktober letzten Jahres produzierten die deutschen Windräder alle zusammen rund 40 Gigawatt Leistung. Das ist mehr, als die letzten acht Atomkraftwerke bei uns zusammen erzeugen können. Damit das Netz nicht überlastet wird, hat man die Windräder einfach abgeschaltet.

Gäbe es die angedachten Hohlkugeln auf dem Meeresgrund der Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut, hätte man die ganze Windausbeute vom Herbst speichern können.

Die Hohlkugeln sollen wie klassische Pumpspeicheranlagen funktionieren. Ist Energie im Überfluss vorhanden, werden die Kugeln auf dem Meeresgrund leer gepumpt. Wird dann Strom gebraucht, lässt man das Wasser wieder einströmen und erzeugt dabei mittels konventioneller Turbinen elektrischen Strom, genau so wie in einem herkömmlichen Wasserkraftwerk.

Auf dem Grund des Bodensee hat man das schon in der Praxis mit drei Betonhohlkugeln ausprobiert. Nach ersten Berechnungen ließen sich bis zu 20 Megawattstunden pro Kugel speichern.

Die Hoffmann-Profis sind sich einig – es bleibt spannend in ihrem zukunftsorientierten Job. Speziell die Stromspeicherung wird in den kommenden Jahren zum Thema werden.