Schiffselektriker

Großes Hallo in der Werkstatt der Hoffmann-Profis in Schweinfurt! Ein großer, kräftiger Mann mit leuchtend rotem Haarschopf war der Auslöser für die Begeisterung der Hoffmänner und Frauen an diesem Freitagmorgen.

Hans, wie der Name von ‚Hans im Glück‘, war schon immer Programm. Der ehemalige Kollege hat den Hoffmann-Profis einen Besuch abgestattet. Seine, schon früher gesunde Gesichtsfarbe, ist noch dunkler geworden und in seinem wettergegerbten Gesicht haben sich ein paar Lachfalten mehr eingegraben.

Erfreutes Schulterklopfen und die Frage: „Wo treibst du dich denn jetzt rum?”, war der Einstieg in eine muntere Frage-Antwort-Runde.

Hans hat sein Handwerk bei den Hoffmann-Profis gelernt. Nach seiner Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik war klar, dass es ihn hinaus in die Welt zieht. Sein Meister und Ausbilder hat ihm gleich zu Anfang klar gemacht, dass er mit der Gehilfenprüfung in der Tasche überall auf der Welt einen Job finden wird.

Zu dieser Zeit gab es noch die Wehrpflicht in Deutschland. Hans hatte Glück und er konnte bei der Deutschen Marine anheuern. Zwei Fliegen mit einer Klappe waren geschlagen. Sein Ziel, die weite Welt zu sehen, war auf den Schiffen der Marine nach den ersten Tagen der Grundausbildung erfüllt.

Mit seinem beruflichen Hintergrund war er schnell für die elektrischen und elektronischen Anlagen des Schiffes zuständig. Nach der Verpflichtung für ein paar Jahre über die Wehrpflichtzeit hinaus, ist er als Elektrotechnikoffizier (EO) in der Funktion eines Abschnittsleiters für die Schiffselektrik von Bord gegangen.

Die Angebote der Bundeswehr zur fortlaufenden Aus- und Weiterbildung hat Hans alle genutzt, um nach seiner Militärzeit bei einer großen Reederei anzuheuern. Als Offizier im weltweiten Netzwerk von Containerschiffen war er abwechselnd auf allen Routen dieser Welt für die Schiffselektrik zuständig.

Jetzt kommt er gerade vom modernsten Containerschiff der Reederei aus London über Frankfurt direkt nach Schweinfurt.

Dass ihm seine Ausbildung bei den Hoffmann-Profis überall Türen und Tore geöffnet hat, dafür ist er heute noch seinem Meister und seinen Ausbildern dankbar.

Im Gepäck hat er eine kleine Flasche echten Rum mitgebracht. Am Feierabend haben die Hoffmann-Profis auf sein Wohl angestoßen. Ob dabei dann auch das eine oder andere Shanty zusammen gesungen wurde ist nicht überliefert, aber sehr wahrscheinlich, denn Seemannslieder in Verbindung mit Rum berühren richtig das Gemüt.

Nachdem dann auch noch ein Fahrdienst organisiert wurde, konnten die fahrbaren Untersätze über Nacht in der Porschestraße eine ausgiebige Ruhepause einlegen. Die leere Rumbottle steht heute noch als Erinnerung an den Hans und als Symbol für die Weltoffenheit des Elektrohandwerks auf dem Regal.