Schneelast auf der Stromleitung


Neuschnee, Neuschnee, die Kids freut es, die Autofahrer stöhnen und für die Stromversorgung können hohe Schneelasten höchst gefährlich werden. Keiner hat ja so richtig daran geglaubt, aber der Winter mit viel Schnee hat im Januar doch noch seinen Einzug gehalten.

Die ersten Nachrichten kamen aus dem Süden Bayerns. Am letzten Montag ist in einem Landkreis am Alpenrand eine 110kv-Hauptstromleitung an mehreren Stellen gerissen. Feuerwehren und THW wurden sofort alarmiert.

Von den Hoffmann Profis sind fast alle ehrenamtlich bei der Feuerwehr oder beim THW engagiert. So war es eigentlich selbstverständlich, dass bei solchen Vorfällen Spezialisten zum Einsatz kamen.

Mit Blaulicht und dem THW-Bus dauerte es keine drei Stunden, bis die Mannschaft am Einsatzort war. Die Stromkabel sind auf die darunter liegende Bundesstraße gekracht und haben zum Glück keine Personenschäden verursacht.

Die Polizei, die Münchner Kollegen und die Feuerwehr hatten die Unfallstelle sofort großräumig abgesperrt. Die Bewohner von ein paar Häusern, die genau unter den herunterhängenden 110kv Kabeln standen, wurden von der Feuerwehr vorsichtshalber evakuiert. Den Strom haben die Versorger gleich abgeschaltet.

Eigentlich müssten die Leitungen rund drei Tonnen Schneelast auf 400 Meter aushalten können. Dadurch, dass der nasse Schnee in der Nacht festgefroren war und dann am frühen Morgen jede Menge Neuschnee darauf fiel, war anzunehmen, dass die Last um ein Vielfaches überschritten wurde.

Bei näherer Betrachtung war sogar der drohende Einsturz eines Masten festzustellen. Die erste Aufgabe des THW-Teams war, zusammen mit der Feuerwehr eine provisorische Schutzbrücke zu errichten, damit der Verkehr auf der Bundesstraße schnellstmöglich wieder freigegeben werden konnte.

Im ganzen Umkreis herrschte auf Grund der heftigen Schneefälle akute Lawinengefahr, das machte die Auswahl von Umleitungsstrecken sehr schwierig.

Beim Bau der Schutzbrücke war das Knowhow der Hoffmann Profis im THW gefragt und die Hilfe aus Unterfranken war hoch willkommen. Ein anderer Teil der Truppe kümmerte sich gleich um die Ertüchtigung des beschädigten Mastes.

Am späten Nachmittag war die Aktion abgeschlossen und der Verkehr konnte wieder fließen.

Schon bei der Schneekatastrophe im extremen Jahrhundertwinter 1978/79 waren die Ehrenamtlichen bei den Hoffmann Profis als Helfer dabei. Größtes Problem im Norden Deutschlands war damals die Versorgung von eingeschneiten Dörfern und die Schneelasten auf den Dächern. Teilweise waren die THWler eine ganze Woche im Einsatz.

Für Klein- und Mittelbetriebe ist die Freistellung von Mitarbeitern für solche ehrenamtlichen Einsätze nicht immer problemlos. Die Hoffmann Profis können sich aber darauf verlassen, dass in der Chefetage solche Einsätze wohlwollend gefördert werden.

Am Abend bei der Heimfahrt nach Unterfranken waren sich alle einig: Ohne die Hilfe der Ehrenamtlichen sind solche Situationen nicht so schnell in den Griff zu bekommen.