Schneewittchensarg


Es gibt auch bei den Hoffmann-Profis Einsätze, die ewig in Erinnerung bleiben. Ein solcher Einsatz hat mit Verstorbenen zu tun. Genauer mit einem Schneewittchensarg.

Eigentlich hat der alte Volvo P1800 ES des schwedischen Automobilherstellers Volvo diesen Namen okkupiert. Von 1971 bis 1973 ist dieses Fahrzeug in Schweden vom Band gelaufen.

Seine markante Form mit seiner rahmenlosen Heckklappe aus Glas hat ihm bei uns zu seinem Spitznamen ‚Schneewittchensarg‘ verholfen.

Das Schneewittchen lag im Märchen der Gebrüder Grimm in einem gläsernen Sarg. Es kam zu Tode und die Zwerge wollten ihre Schönheit erhalten und legten es in einen gläsernen Sarg. Dann kam der Königssohn…, der Rest der Geschichte ist bekannt.

Der Begriff ‚Schneewittchensarg‘ steht bei uns heute für einen Sarg, der den Blick auf den Verstorbenen ermöglicht. Bei uns werden solche Särge nicht zur Bestattung benutzt. In unserer Kultur werden Behältnisse mit transparentem Oberteil als Aufbahrungsvorrichtungen benutzt. So ist es möglich, den Angehörigen einen persönlichen Abschied mit einem letzten Blick zu ermöglichen.

Besonders im Sommer ist eine Kühlung der Verstorbenen wichtig. Deshalb sind solche Aufbahrungssärge mit einer Kühlung ausgestattet.

Das hat dann auch schon mit dem Einsatz der Hoffmann-Profis zu tun. Der Hilferuf eines renommierten Beerdigungsinstitutes erreichte die Hoffmann-Profis am frühen Morgen. Über Nacht war die eingebaute Kühlung ausgefallen und es sollte auch an diesem Tag wieder richtig heiß werden.

Der Beerdigungsunternehmer verfügte zwar über eigene Kühlzellen, aber der Leichnam war schon fertig aufgebahrt in der Friedhofskapelle. Es würde zu viele Umstände bedeuten, den Leichnam wieder zurückzuholen, zumal die Beerdigung auf 14.00 Uhr angesetzt war. Jetzt war Eile geboten.

Alleine die Diskussion darüber, wer zum Friedhof fährt und sich des Problems annimmt, zog sich über ein paar Minuten. Bis der Meister ein Machtwort sprach: „Also, wenn sich keiner traut, dann fahr ich selbst, aber du fährst mit.” Der Meister deutete auf den Jüngsten seiner Azubis.

Es dauerte keine dreiviertel Stunde und das Meister-Azubi-Gespann war wieder da. Die Reparatur war kein Hexenwerk und in wenigen Minuten, nach Austausch einer Gerätesicherung, lief die Kühlung wieder. Einzig der Azubi war ein bisschen blass um die Nase. Er war aber seinem Meister doch dankbar, dass er ihn mitgenommen hat.

„Der Tot gehört zum Leben und keiner von uns kommt davon.” Das waren die weisen Worte des Meisters, der alle zum Nachdenken gebracht hat.

Ein paar Tage später kam der Auftrag, für eine große Krankenhauspathologie neue Pathologiezellen zu installieren und elektrisch anzuschließen. Von den Hoffmann-Profis hat sich keiner gedrückt oder irgendwelche Ausreden gesucht, um nicht dorthin fahren zu müssen.

Im universitären oder institutionellen Umfeld sind solche Aufträge alltäglich. Das Know-how der Profis von Elektro Hoffmann wird überall gebraucht.