Spielend leicht Programmieren lernen

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Schon auf der Spielzeugmesse letztes Jahr war ein eindeutiger Trend zu erkennen, der sich weiterhin fortsetzt. Die jungen Eltern von heute sind mit Action-Hero-Figuren, Puzzles und Brettspielen aufgewachsen. Wer großes Glück hatte durfte eine Carerra-Rennbahn sein Eigen nennen – oder mit der des Vaters spielen. Das meist aber nur an hohen Festtagen wie Weihnachten oder dem eigenen Geburtstag. Wer Glück hatte dem wurde jeden Abend eine Geschichte vorgelesen und elektronisches Spielzeug beschränkte sich auf ferngesteuerte Autos, weinende Puppen die gefüttert und gewickelt werden wollten und Stoffhunde, die laufen konnten. Heute sieht das alles ganz anders aus. Die Kinder von heute wachsen nicht nur mit elektronischem Spielzeug auf sondern auch mit Tablets und Smartphones.

Das geht schon bei den kleinen Kindern los. Früher wurden Kinder vor den Fernseher gesetzt um Ruhe zu geben, heute drückt man ihnen ein Tablet in die Hand. Über Sinn und Unsinn lässt sich freilich streiten und wie bei so vielem im Leben macht die Dosis das Gift. Fakt ist, dass die Nachfrage nach Spielen für Kinder groß ist und auch das Angebot lässt kaum Wünsche offen. Gerade Spiele für Kleinkinder sind niedlich und erfüllen meist auch einen Lerneffekt. Auf der CES wurde einiges an Spielzeug vorgestellt, das über Apps gesteuert werden kann. Eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielte dabei auch das Thema Programmieren. Denn große Softwarefirmen klagen häufig, dass es schwierig sei, gute Programmierer zu finden. Um diese Lücke in Zukunft zu füllen werden Grundschulkinder schon mit diesem Thema vertraut gemacht – natürlich ganz spielerisch. Dass niemand Angst davor haben muss beweist uns glücklicherweise ausgerechnet Lego. Damals wie heute darf Lego in keinem Kinderzimmer fehlen nur wird es heute eben mit Erweiterungen angeboten. Unter dem Namen „WeDo 2.0“ bekommt man einen fast typischen Lego-Bausatz. Motoren und Sensoren sorgen dafür, dass Bewegung in die Sache kommt. Doch damit sich das Endprodukt auch wirklich bewegt kommt eine App ins Spiel.

In dieser werden verschiedene Elemente aneinandergereiht und führen dann eine Bewegung aus. Kinder lernen so spielerisch, dass man erst den Motor einschalten muss bevor das Spielzeug sich dreht – mal in die eine, mal in die andere Richtung – oder Musik spielt. Das Konzept ist so ausgereift, dass es inzwischen an Schulen getestet wird.
Ähnlich aber doch irgendwie anders funktioniert eine Drohne, die nur in der Luft bleibt wenn auf dem Tablet bestimmte Tasten in der richtigen Reihenfolge gedrückt werden. Mit Licht, Geräusch und Bewegung arbeitet Edwin die Ente. Edwin sieht aus wie eine Quietscheente für die Badewanne aber mit Hilfe der passenden App erwacht er zum Leben. Er ist für Kleinkinder gedacht und nimmt sich deren Sorgen an. Gemeinsam mit Edwin können die Kinder dann Abenteuer erleben und so Probleme lösen, die typisch für Kleinkinder sind.

Foto: Stephen Edmonds