Strom im Keller


Mitten im Vorweihnachtstrubel taucht ein älterer Herr, gut gekleidet, irgendwie eine vornehme Erscheinung, bei den Hoffmann-Profis auf. Unterstrichen wurde das gediegene Auftreten durch eine durchdachte Wortwahl und eine dunkle Fliege auf dem weißen Hemdkragen. Seine klare Stimme sorgte, ohne dass er die Stimme erheben musste, dafür, dass jeder der anwesenden Hoffmann-Profis aufmerksam lauschte.

Zu dieser frühen Morgenstunde waren noch nicht alle zu ihren Einsätzen losgefahren. So hatte der ehrwürdige Herr eine recht stattliche Anzahl Zuhörer. Es stellte sich förmlich vor und der Meister erkannte den Herrn wieder. Er hatte ihm im Frühjahr höchst persönlich mit einer Lampenmontage in dem dunklen Treppenhaus seiner alten Villa aus der Patsche geholfen.

In einem kurzen Gespräch war die Erinnerung bei Meister und Kunde wach und die restlichen Hoffmann-Profis konnten sich jetzt auch auf den Weg machen. Die Werkstatt war leer und der Meister mit dem Kunden alleine. Gut, dachte sich der Meister, bleibt das also wieder bei mir hängen.

Dabei waren die Wünsche des alten Herrn überhaupt nicht außergewöhnlich. Ganz einfach, er brauchte in seinem Kellergewölbe Licht. „Aus dem Alter, als ich mit Kerzenlicht in den Keller gestiegen bin, bin ich langsam raus”, erklärte der Herr mit Fliege. Der Meister signalisierte Zustimmung: „Das dürfte kein Problem sein.”

Man einigte sich darauf, dass Kabelkanäle verlegt werden. Das ermöglicht viele Leitungen auch über längere Strecken parallel zu verlegen. „Einen Schönheitspreis will ich im Keller nicht gewinnen”, bemerkte der Kunde. Aber die Idee mit den Kabelkanälen leuchtete ihm ein. Nimmt man den entsprechend großen Kanal, dann kann man auch später noch zusätzliche Leitungen einziehen, ohne neu bohren zu müssen.

Die Grundschienen werden einfach auf die Wand gedübelt. Mit speziellen Schellen fixiert man die Kabel. Ein weiteres Argument gefiel dem Kunden mit der Fliege: Ein ordentlich verlegter Kabelkanal ist, je nach Farbe, nicht unbedingt ein auffälliger Fremdkörper in einem historischen Keller.

Die angedachte Verlegung in Kunststoffrohren hat der Kunde verworfen, weil alle guten Argumente für ein Kabelkanalsystem sprachen. Werden die Kanäle ordentlich rechtwinklig verlegt, wie bei den Hoffmann-Profis selbstverständlich, fallen sie nicht groß auf. Werden dabei die üblichen Installationszonen eingehalten, haben auch nachfolgende Nutzer keine Probleme mit der Installation. Entsprechende Verteilerdosen können problemlos in eine ordentliches Kabelsystem eingeplant werden, das funktioniert auch nachträglich. Das gilt natürlich auch für jede Art von Schalter, Taster oder auch Bewegungsmelder.

Dass die ganze Aktion erst im neuen Jahr angegangen werden kann, war dem Hausbesitzer klar. Er bedankte sich beim Meister für die gute Beratung. Die beiden vereinbarten gleich einen Termin, um in den ersten Arbeitstagen im neuen Jahr vor Ort die Einzelheiten miteinander zu besprechen. „Schöne Feiertage und einen guten Rutsch”, haben sich die beiden beim Abschied noch gewünscht.