Stromerzeugung außergewöhnlich


Ab und zu versuchen sich die Azubis auch bei Elektro Hoffmann mit allerlei Schabernack. Da tauchte mitten in der Brotzeitpause dieser Tage die Behauptung auf, man könne aus dem was wir auspinkeln Strom machen.

Der jüngste der schlauen Azubis hat nämlich im Netz gelesen, dass Forscher an der Universität in Bristol herausgefunden haben sollen, wie aus Urin Strom erzeugt werden kann.

Na bravo, Mahlzeit: „Habt ihr kein anderes Thema während der Brotzeit?” Es ist schon richtig, rund zwei Liter pinkelt ein Erwachsener täglich einfach in die Kanalisation. Die Forscher hätten, so der schlaue Azubi, einen Bioreaktor gebastelt, der Strom aus den Mikroorganismen, die mit dem Urin ausgeschieden werden, erzeugen könne.

Das Ganze sollte wohl schon vor langer Zeit mit Zucker gelungen sein. Angeblich wurden die ersten Versuche 1911 gemacht. Für das Forscherteam war klar, anstelle von Zucker als Ausgangsmaterial, es einmal mit menschlichen Ausscheidungen zu versuchen.

Während sie Abwasser mithilfe der Brennstoffzellen sogar reinigen konnten, erzeugten sie damit aber zu wenig Strom. Unverdünnt erzeugte Urin aber dreimal so viel Energie wie das Abwasser. Das war der Durchbruch.

Das Herumexperimentieren hat gezeigt, dass die im Urin enthaltenen Kohlenhydrate, die von den Bakterien zersetzt werden, der ideale Rohstoff für die Stromerzeugung ist.

Durch den Ausgleich der Elektronen können so LED-Lampen zum Leuchten gebracht und Handys geladen werden. Letzteres dauert aber angeblich immer noch sehr lang. Rund 24 Stunden würde es dauern, ein I-phone komplett zu laden.

Als anschaulichen Massenversuch hätten die Forscher schon einmal bei einem großen englischen Musikfestival über 400 solcher Brennstoffzellen in die Urinale eingebaut. Die Besucher konnten so beim Toilettengang den Strom für die Lichtanlage erzeugen.

Eine weitere Versuchsanlage soll wohl, so hat der schlaue Azubi herausgefunden, schon in einem Slum in Nairobi, Kenia, laufen. Die Technologie wäre hervorragend für Flüchtlingscamps und Entwicklungsländer geeignet.

Man sieht, es gibt bei der Stromerzeugung auch heute noch immer wieder neue Entwicklungen, von denen man in unseren Breiten wenig mitbekommt.

Zum Glück gibt es ja bei den Profis von Elektro Hoffmann schlaue Azubis, die sich für solche Entwicklungen interessieren und sich im Netz auf dem Laufenden halten. Wenn gleich Ort und Zeit für solche Uringespräche, ausgerechnet bei der Brotzeit, vielleicht nicht gerade passend sind, so haben die Erkenntnisse der Azubis selbst gestandene Hoffmann-Profis zum Nachdenken gebracht.

Dass die Idee durchaus ernst zu nehmen ist, zeigt, dass sich selbst die internationale Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam, dem Vernehmen nach, schon für diese Entwicklung interessiert.