Technischer Notfall im Altenpflegeheim

Wenn sich heute Fremde Zutritt zu einem Altenpflegeheim verschaffen, dann ist das nicht nur für Geld oder Wertsachen der Bewohner gefährlich. Viel schlimmer ist es, wenn sich Unbekannte in einem Pflegeheim herumtreiben und dabei den Corona-Virus einschleppen.

Die Hoffmann-Profis wurden dieser Tage zu einem technischen Notfall in ein Altenpflegeheim gerufen. Eigentlich hätten nur getestete Personen unter strikten Sicherheitsvorkehrungen Zutritt zu dieser Einrichtung. Zu groß ist die Gefahr, die Bewohner mit dem SARS-CoV-2 zu infizieren. Aber von der Probeentnahme bis zu den vorliegenden Ergebnissen vergehen zwischen 24 und 48 Stunden. Solange konnte man bei einem Stromausfall nicht warten.

Also hat man nach Absprache den Hoffmann-Profi in eine Schutzkleidung gepackt, ihm eine FFP2-Atemschutzmaske verpasst und eine entsprechende Kopfbedeckung. Seine Werkzeugtasche hat man gründlich desinfiziert und seine Arbeitshandschuhe waren medizinische Einmalhandschuh, wie sie in einem Operationssaal Verwendung finden. So ausgestattet ist er unter den kritischen Augen der hochbetagten Bewohnerinnen und Bewohnern im Haus eingelaufen.

Zwei Damen vom Pflegepersonal haben den Hoffmann-Profi begleitet und den Bewohnerinnen und Bewohnern geduldig erklärt, was los ist und was der Fremde im Haus zu suchen hat.

Die Elektroverteilung war im Treppenhaus zu finden und die ordentlich verlegten Sicherungsreihen taten sich vor den Augen des Hoffmann-Profis auf. Wie in jeder modernen Wohnung waren die einzelnen Räume getrennt abgesichert. Wie vom Personal beschrieben, hat ein FI-Schutzschalter nicht gehalten und hat scheinbar durch Überlast immer wieder den Stromkreis unterbrochen.

In diesem Fall war mit diesem Stromkreis das Zimmer eines Bewohners versorgt, der bekannt war für seine Musikleidenschaft. Er war natürlich sehr verärgert darüber, dass immer mitten in einem Musikgenuss der Ton weggeblieben und das Licht ausgegangen ist.

Hilft nichts – der nächste Schritt war ein Besuch im Zimmer des entsprechenden Herrn. Der ‚vermummte‘ Hoffmann-Profi war schon langsam schweißgebadet. Jetzt war ihm klar, was Krankenhaus- und Pflegepersonal in diesen Zeiten leisten muss.

Im Zimmer war der Übeltäter schnell gefunden. Eine Steckdosenleiste war defekt und zum Glück die Zuleitung, obwohl sehr heiß, noch nicht angekokelt. Der alte Herr, in seinen aktiven Zeiten Berufsmusiker, hatte viele unterschiedliche Wiedergabegeräte mitgebracht und an einer Steckdosenleiste angeschlossen. Zu allem Unglück hat der Senior die ganze Sammlung sogar noch mit einer weiteren Steckdosenleiste verlängert. Nach einem klärenden Gespräch hat der Hoffmann-Profi dann die defekte Leiste ausgetauscht. Nach längeren Diskussionen mit dem ‚Kapellmeister‘ hat man sich geeinigt, dass manche Player, die fast nie zum Einsatz kamen, weggeräumt wurden. Die ganze ‚Installation‘ hat der Profi dann entwirrt und neu auf die Steckdosenleisten verteilt.

Nach dem der FI-Schutzschalter in der Elektroverteilung im Treppenhaus wieder eingeschaltet wurde, konnte der Musikfreund seiner Leidenschaft ungestört frönen. Der Hoffmann-Profi verabschiedete sich von dem Senior, nicht ohne ihn darauf hin zu weisen, dass er keinesfalls noch eine zusätzliche Steckdose dazu schalten darf. Dass so etwas gefährlich werden kann, hat er eingesehen.

Wieder im Freien, wollte der Hoffmann-Profi natürlich die Schutzbekleidung schnellstmöglich los werden. So einfach ausziehen geht nicht. Ohne fachliche Anleitung ist das nicht sinnvoll. Die Pflegedienstleiterin war dem Hoffmann-Profi behilflich und leitete ihn an. Schon alleine beim Ausziehen der Gummihandschuhe kann man viel falsch machen.

Für die Bewohner des Altenpflegeheims war der Besuch des Hoffmann-Profis eine willkommene Abwechslung ihrer Isolation. Viele standen auf den Balkonen und winkten dem Hoffmann-Profi nach, als er mit seinem roten Werkstattauto vom Platz fuhr.

Gerade dieser Tage ist es wichtig, genau zu kontrollieren, wer ein Altenpflegeheim betritt. Nur der angeforderte Besuch und die genaue Absprache der Bedingungen und Umstände bieten die nötige Sicherheit für Bewohner und Personal. Einschleichdiebe dürften zurzeit ohnehin geringe Chancen haben, in einem Altenpflegeheim Beute zu machen. Das Personal ist sehr wachsam und alle Türen sind verschlossen.