Wer hat eigentlich die Glühbirne erfunden?

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„Wer hat’s erfunden?” So streiten sich die Darsteller in einem Werbespot über die Schweizer Kräuterbonbons. Im Falle der Glühbirne ist die Sache nicht so einfach. Von vielen wird der amerikanische Forscher Thomas Edison als Erfinder der Glühbirne gefeiert. Aber war es tatsächlich Edison der als erste Mensch auf die Idee gekommen ist mit der leuchtenden Birne? Oder war es der deutsche Uhrmacher Heinrich Göbel? Er gilt, vor allem bei uns, als Erfinder der Glühbirne. Dann ist da noch der Engländer Sir Joseph Wilson Swan der seinen Anspruch auf diese Erfindung anmeldete.

Die Frage, wer nun wirklich der Erfinder der Glühbirne ist, kann man auch heute nicht eindeutig beantworten.

Wahrscheinlich ist, dass die Glühbirne mehrere Erfinder und Entwickler hatte. Schon 1835 stellte der Schotte James Bowman Lindsay in Dundee ein elektrisches Dauerlicht vor. Von ihm stammt offensichtlich die erste experimentelle Glühbirne. Man könnte eigentlich mit Recht behaupten, dass die Idee mit dem glühenden Lampenfaden von ihm stammt. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Idee von vielen aufgegriffen und weiterentwickelt.

Das erste Patent auf eine Glühlampe erhielt aber 1841 Frederick de Moleyns aus Cheltenham. Die Technik hatte mit einer Glühlampe, wie wir sie heute kennen, keine Ähnlichkeit. Er konstruierte eine Platinspirale die er in einem luftleeren Glaskolben, gefüllt mit Kohlepulver, zum Glühen brachte.

Der deutsche Uhrmacher Heinrich Göbel der in die USA ausgewandert war und sich dort Henry Goebel nannte, hatte schon 1850 mit Glühlampen experimentiert, die mit Kohlefäden funktionieren.

Es ist überliefert, dass er dazu leere Parfümfläschchen als Glaskolben verwendete. Die ganze Sache kam vor ein Patentgericht, aber Henry Goebel konnte keine handfesten Beweise dafür vorlegen. Trotzdem wird Goebel bei uns als Erfinder der elektrischen Glühlampe gefeiert. 2004 ehrte man seine Erfindung sogar auf einer eigenen Briefmarke.

Der Engländer Joseph Wilson Swan verwendete am Anfang verkohltes Papier als Glühfaden. Erst 1878 gelang ihm die Herstellung einer elektrischen Glühlampe, die auch in der Praxis zu gebrauchen war. Zwei Jahre früher als Edison erhielt er in England ein Patent für seine Erfindung. Beide führten über den ‚großen Deich‘ hinweg einen erbitterten Patentstreit aus dem Thomas Alva Edison als Sieger hervorging.